Zitatprüfung
Haben sie das wirklich gesagt?
Ein Satz, der unter einem stoischen Namen umläuft, wird Wort für Wort in den gemeinfreien englischen und französischen Ausgaben gesucht, die wir haben. Jede Seite nennt den Befund, die durchsuchten Ausgaben, die Fundstelle, wenn es eine gibt, und die Suche selbst.
So prüfen wir
Ein Satz wandert unter dem Namen Marc Aurels, Senecas oder Epiktets – auf einem Plakat, in einem Feed, als Motto eines Buches –, und der Name verleiht ihm Gewicht. Die Frage hier ist eng gefasst: Steht dieser Satz im Werk, in den Ausgaben, die wir lesen können? Wir urteilen nicht darüber, ob der Satz klug ist. Wir suchen ihn.
Durchsucht werden die Ausgaben, auf denen Website und App beruhen, alle gemeinfrei und alle englisch oder französisch; eine deutsche ist nicht darunter. Für die Selbstbetrachtungen die englische Übersetzung von George Long (1862), auf Französisch die von Auguste Couat (1904) und daneben die von Barthélemy-Saint-Hilaire (1876); für Seneca die Briefe an Lucilius in der Übersetzung von Richard Mott Gummere und die Dialoge in der von Aubrey Stewart, dazu Joseph Baillards französische Übersetzung von 1861 für beide; für Epiktet das Handbüchlein in Elizabeth Carters Übersetzung von 1758 und in der von Jean-Marie Guyau (1875), die Lehrgespräche in George Longs Auswahl von 1877 und in Victor Courdaveaux’ Kapiteln von 1862. Ihr Umfang ist unvollständig und steht unten, Ausgabe für Ausgabe: Eine Seite behauptet nie mehr als das, was durchsucht wurde, und nennt es. Die deutschen Seiten sind aus dem Englischen übersetzt; die Auszüge und Belege, die sie zeigen, stehen dagegen so da, wie die Ausgabe sie druckt. Die zitierte Stelle ist die der englischen Ausgabe, unverändert, und die Suche erscheint in den Sprachen, in denen sie läuft.
Die Suche ist mechanisch, und darin liegt ihr Wert. Aus dem Satz werden zwei Fragmente von vier bis sechs Wörtern genommen, auf Englisch und auf Französisch, und in jeder Datei jeder Ausgabe gesucht, nachdem Groß- und Kleinschreibung, Apostrophe, Anführungszeichen, Satzzeichen und Zeilenumbrüche vereinheitlicht wurden – so wird auch ein Satz gefunden, den ein eingescanntes Buch auf zwei Zeilen verteilt. Der Befehl und sein Ergebnis stehen auf jeder Seite, und der Build wiederholt sie: Ein Beleg, der nicht mehr zu seiner Datei passt, verhindert die Veröffentlichung der Website.
Vier Befunde, und nichts dazwischen. Belegt: Der Wortlaut steht da, an einer Fundstelle, und die Ausgabe wird zitiert. Paraphrase: Der Gedanke steht da, an einer Fundstelle, aber der Wortlaut stammt von einem Übersetzer oder einer späteren Hand – die Ausgabe wird zitiert, und der umlaufende Satz wird nicht für falsch erklärt, denn dem Sinn nach steht er im Text. Nicht auffindbar: Keines der beiden Fragmente kommt in einer der durchsuchten Ausgaben vor; die Seite nennt sie und belässt es dabei. Falsch zugeschrieben: Eine frühere Quelle ist dokumentiert, in einer genannten Ausgabe, und es ist nicht der Autor auf dem Plakat. Ein Befund ist nie stärker als sein Beleg: „in unseren Ausgaben nicht auffindbar“ heißt nicht „nie gesagt“, und ohne Quelle sagen die Seiten das Zweite nicht.
Viele der umlaufenden Sätze stammen aus Übersetzungen des zwanzigsten Jahrhunderts, manchmal ausgezeichnet, manchmal frei, und diese Übersetzungen sind urheberrechtlich geschützt. Eine Seite zitiert nur die gemeinfreie Ausgabe, an ihrer Fundstelle, damit man das Buch aufschlagen und nachprüfen kann. Die Passage, wie die App sie gibt, erscheint mit ihrer Quellenangabe, wenn das Kapitel in Stoïque kostenlos ist – bei Marc Aurel; Seneca und Epiktet werden nur aus ihren Ausgaben zitiert.
Die vier Befunde
- Paraphrase
- Der Gedanke steht im Text, an der angegebenen Fundstelle, aber nicht in diesem Wortlaut.Beispiel · Erkläre deine Philosophie nicht. Verkörpere sie.
- Nicht auffindbar
- Der Wortlaut wurde in den Ausgaben, die wir haben, nicht gefunden; ihr Umfang steht auf der Seite.Beispiel · Sag dir zuerst, was du sein willst; und dann tu, was du tun musst.
- Falsch zugeschrieben
- Eine frühere Quelle ist dokumentiert, und es ist nicht der genannte Autor.Beispiel · Wir haben zwei Ohren und einen Mund, damit wir doppelt so viel zuhören, wie wir reden.
- Belegt
- Der Wortlaut steht im Text, an der angegebenen Fundstelle, in der zitierten Ausgabe.Beispiel · Mensch, was redest du da? Mich in Ketten? Mein Bein kannst du fesseln, aber meinen Willen…
Nach Autor
12 Sätze geprüft
10 Sätze geprüft
8 Sätze geprüft
Zuletzt geprüft
| Satz | Befund | Seite | |
|---|---|---|---|
| Erkläre deine Philosophie nicht. Verkörpere sie. | Paraphrase | Enchiridion, XLVI | Seite → |
| Mensch, was redest du da? Mich in Ketten? Mein Bein kannst du fesseln, aber meinen Willen… | Belegt | Discourses, “Of the things which are in our power and not in our power” | Seite → |
| Sag dir zuerst, was du sein willst; und dann tu, was du tun musst. | Nicht auffindbar | bei Carter 1758 (Handbüchlein, 52 Kapitel) und Long 1877 (eine Auswahl der Lehrgespräche, ohne Buch- und Kapitelnummern, dazu das Handbüchlein) | Seite → |
| Und schämst du dich nicht, deinen eigenen Geist jedem auszuliefern, der dich zufällig… | Paraphrase | Enchiridion, XXVIII | Seite → |
| Du bist eine kleine Seele, die einen Leichnam herumträgt. | Paraphrase | Meditations, IV, 41 | Seite → |
| Nicht die Dinge beunruhigen die Menschen, sondern die Grundsätze und Vorstellungen, die… | Belegt | Enchiridion, V | Seite → |
| Wir haben zwei Ohren und einen Mund, damit wir doppelt so viel zuhören, wie wir reden. | Falsch zugeschrieben | bei Carter 1758 (Handbüchlein, 52 Kapitel) und Long 1877 (eine Auswahl der Lehrgespräche, ohne Buch- und Kapitelnummern, dazu das Handbüchlein) | Seite → |
| Es kommt nicht darauf an, was dir passiert, sondern wie du darauf reagierst. | Paraphrase | Enchiridion, V | Seite → |
| Die beste Rache ist, anders zu sein als der, der das Unrecht begangen hat. | Paraphrase | Meditations, VI, 6 | Seite → |
| Der Tod schwebt über dir. Solange du lebst, solange es in deiner Macht steht, sei gut. | Belegt | Meditations, IV, 17 | Seite → |
Durchsuchte Ausgaben
Was „nicht auffindbar“ bedeutet, hängt davon ab, was durchsucht wurde. Hier sind die Ausgaben, mit ihrem tatsächlichen Umfang.
- Selbstbetrachtungen — George Long, 1862 · 12 Bücher, 487 Kapitel
- Briefe an Lucilius — Richard Mott Gummere, 1917–1925 · 30 von 124 Briefen
- Kleinere Dialoge — Aubrey Stewart, 1889 · 10 Dialoge, 6 Kapitel für Kapitel mit Baillard abgeglichen
- Handbüchlein — Elizabeth Carter, 1758 · 52 Kapitel (Carters Zählung)
- Lehrgespräche (Auswahl) und Handbüchlein — George Long, 1877 · eine Auswahl aus den Lehrgesprächen, ohne Buch- oder Kapitelnummern, dazu das Handbüchlein
- Selbstbetrachtungen — Auguste Couat, 1904 · 12 Bücher, 487 Kapitel (IV, 19–20 und VII, 47–48 vom Übersetzer zusammengelegt)
- Selbstbetrachtungen — Jules Barthélemy-Saint-Hilaire, 1876 · 12 Bücher, 487 Kapitel – zweite französische Ausgabe, neben Couat gezeigt
- Briefe an Lucilius — Joseph Baillard, 1861 · 29 von 124 Briefen
- Dialoge — Joseph Baillard, 1861 · 11 Werke, 6 Kapitel für Kapitel mit Stewart abgeglichen
- Handbüchlein — Jean-Marie Guyau, 1875 · 53 Kapitel (moderne Zählung)
- Lehrgespräche — Victor Courdaveaux, 1862 · 9 Kapitel der Lehrgespräche (I, 1 · I, 15 · I, 18 · I, 24 · I, 25 · II, 13 · II, 18 · III, 16 · III, 24)
Einen Satz, den du geprüft sehen möchtest, kannst du uns über die Support-Seite schicken. Support
Jede Passage in Stoïque trägt ihre Quellenangabe – die Prüfung geschieht, bevor die Passage in die App kommt.